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Highspeed Rocket Science

Es ist schon verrückt, ständig versucht man neuesten Trends zu folgen oder sogar selbst welche zu schaffen. Es wird verglichen, gesucht und Benchmarks gezogen. Abseits von Designsprache, ist dies nirgenswo anders schöner auszudrücken als in Zahlen. Vor allem wenn wir uns Geschwindigkeitsbenchmarks anschauen. Höher, schneller, weiter – ein ehrenhaftes Ziel das weder verwerflich noch schlecht klingt. Hier gilt es einerseits zu überlegen zu welchem Preis im Sinne der persönlichen Einstellung und sicherlich auch mit welchen monetären Möglichkeiten Anforderungen umgesetzt werden können. Es geht um die Ladezeitenoptimierung von Webseiten.

Wuuuuush 💨

Klar, wir könnten an dieser Stelle das ganze Techniklexikon auspacken und Absatz für Absatz Quellcodeanalyse betreiben, Optimierungen besprechen, Komprimierungssysteme vergleichen oder Servertechnik erklären. Wir könnten auch ein wenig auf den Putz hauen und über die bebilderten Testergebnisse unserer eigenen Webseite belegen, dass wir irgendwie ganz gut sind in dem was wir tun, aber heute soll es doch um etwas anderes gehen.
Sicher sollte jedem klar sein, dass die eigene Webseite flott auf jedem Bildschirm zu sehen ist. Genau das ist auch oft der Fall. Sobald der eigene Webbrowser die ersten Daten vom Webserver ausgeliefert bekommen hat, beginnt er mit dem „zeichnen“ der ersten Darstellungen (First Paint). Überraschend träge sind dann aber oft die Downloadzeiten der kompletten Webseite (Full Page Load). Selbst große Bigplayer wie eBay und Amazon liegen hier zwischen 6 und 10 Sekunden. Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass es sich hierbei um unvorstellbare Shopgrößen handelt und der durschnittliche Shopbesucher die Ladezeiten unsichtbarer Inhalte nicht als solche wahrnimmt, ist es schon beeindruckend langsam. Marktforscher gehen davon aus, dass Amazon pro 0,1 Sekunden längerer Ladezeit 1% Umsatz verliert. Gemessen am Umsatz im Jahr 2019 sind dies unvorstellbare 1.000.000.000 Euro 💰. Das kann sich nur Jeff Bezos leisten 💵.
Für die Feststellung solcher Zahlen gibt es eine große Anzahl an Benchmark Tools. Die beliebtesten sind sicherlich Pingdom, GT Metrix und Weppagetest. Sie alle funktionieren in ihren Teilbereichen ähnlich. Je nach Budget lassen sich sogar Automatismen programmieren, die die eigene Webseite in regelmäßigen Abständen nachtesten und Alarm schlagen sobald voreingestellte Grenzwerte überschritten werden. Die Analyse von Google Page Speed wird als kostenlose Alternative ebenfalls gerne eingesetzt. In der Webszene ist von allen Anbietern aber keines so kontrovers diskutiert wie dieses. Das liegt vor allem an teils hahnebüchenden Verbesserungsvorschlägen. An Kuriosität ist dabei das hauseigene Google Analytics Script zu nennen welches aus externe Quelle geladen (ja Google selbst) den Webseitenaufbau binhindern soll. Dazu kommen weitere Beispiele wie Webseiten, welche sehr deutlich in unter einer Sekunde laden und dennoch nicht ansatzweise 100% erreichen. Dazu fehlt diesem Tool jeglich denkbare Konfigurationsmöglichkeit. Nichtmal der zu Testzwecken verwendete Browser ist einstellbar noch der Ort von dem aus getestet wird. Klar, Google hat weltweit viele Server. Aber es ist doch essenziel zu wissen, von wo aus der Test ausgeführt wird (Kalifornien, London, Frankfurt… man weiß es nicht). Für diejenigen, die entweder TOP Erfolge bei den Suchmaschinenergebnissen (SERP) wünschen oder mit großen Werbebudgets Ad Words schalten wollen, kann die detaillierte Betrachtung innerhalb des Google Kosmos Vorteile bringen. Dazu gehört dann ein exakter Plan, der im Idealfall vor der Erstellung der neuen Webseite genau ausgearbeitet werden muss.

Draama Baby, Draama? 😱

Ohnehin sollte man sich nicht von 100% Bewertungen verrückt machen lassen. In der Praxis sind diese oft vollständig unrealistisch und stehen in ständigem Konflikt zu gewünschten optischen Merkmalen oder Animationen die moderne Webseiten ausmachen. Selbst Branchengrößen wie die New York Times 📰 haben einen Google Pagespeed Score von 22 / 48. Lädt diese Webseite langsam? Nein! Wird sie auf dem Smartphone nicht richtig angezeigt? Nein! Wo liegt die wahrgenommene Leistung? Super! Also… hilfreich ist es mit einer Kombination von verschieden Werkzeugen einen gesunden Mittelwert zu bilden. Beachte dabei ebenfalls immer zwischen den Zeilen zu lesen. Damit meinen wir klar und strukturiert zu entscheiden ob der eine oder andere vermeintliche Optimierungsvorschlag wirklich gewinnbringend für das eigene Business ist. Es ist schnell passiert, dass man sich Stunden über Stunden auf eine kleine Codezeile gestürzt hat um seinen Highscore höher zu bekommen. Wenn wir alle ehrlich sind, das macht doch nur richtig Spaß bei Videospielen! 🕹 Webserver, Scriptsprachen, Webseiten, CMS Systeme, Plugins und Themes verändern sich durch wichtige Updates täglich. Niemand seriöser Natur kann einem hier dauerhafte Versprechungen machen. Selbst die Testalgoryhtmen verändern sich. So kann sich die investierte Zeit schnell als teuere Fehlinvestition erweisen (siehe Screenshot unten). Vor allem bei Kundenprojekten ist es für den Auftraggeber ärgerlich. In unserem Fall war die Umstellung GT Metrix’ Engine von PageSpeed 1.15 gt1.2 nach Lighthouse 6.3.0 (ähnlich Google Page Speed) nicht sonderlich dramatisch. Klar, der hohe Score von einst wird nur durch Umstrukturierung möglich sein. Vor allem aber durch Verzicht. Da diese Seite konzeptionell deutlich als Showroom ausgelegt ist und nicht als Machbarkeitsstudie werden wir definitiv keine 40+ Stunden wertvolle Zeit investieren.
Es gilt also, dich vorher gut beraten zu lassen und deine Fragen vor Leistungsbeginn zu klären. Ein motivierter Dienstleister, wird dich ohnehin aus eigenem Antrieb vorher auf solche Aspekte ansprechen. 🤓

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