Das große Medienereignis der Pro7 Sendung „Galileo“ auf dem Burgplatz im Herzen von Essen gefiel mir von der ersten Sekunde an. Mit Thilo Mischke hat sich meiner Meinung nach genau der richtige Typ Mensch gefunden die 7 Tage in einem Glascontainer voll durchzuziehen. Jedes Gespräch, jede Bewegung, E-Mail, SMS und der Computerbildschirm kann von Passanten und 6 Webcams abgehört und beobachtet werden. Die Idee ist ein fantastisches Mittel die mittlerweile abgeflachte Diskussion über Datenspionage neu zu beleben. Für mich ist sie ein Aufhänger ein wenig darüber aufzuklären, mehr auf Eure digitalen Daten achtzugeben und nicht jedem blind anzuvertrauen. Klar, auch ich nutze Facebook und Co., aber persönliche Urlaubsfotos oder Details der letzten Partynacht sollten nur wohlüberlegt online veröffentlicht werden.

 

Denn durch das Posten von Bildern vergebt ihr insbesondere beim blauen Riesen sogenannte nicht exklusive, übertragbare, unterlizensierbare, unentgeltliche, weltweite Nutzungsrechte für jedes hochgeladene Foto. Ob das so in Deutschland zulässig ist, sei dahin gestellt. Dadurch ergeben sich aber auf jeden Fall Schwierigkeiten. Schließlich könnt Ihr besonders die Parameter „übertragbar“ und „weltweit“ absolut nicht kontrollieren. Das ganz persönliche Bilder für Werbemaßnahmen eingesetzt werden, ist auf einmal gar nicht mehr so abwegig. Würdet Ihr das einem Fremden auf der Straße unterschreiben? Nein? Genau das akzeptiert aber jeder einzelne von uns. Foto für Foto. Besonders die „geteilten“ Elemente machen es einem nahezu unmöglich seine Inhalte eigenständig zu löschen und somit seine Entscheidung komplett rückgängig zu machen.
Solange man sich bewusst ist, dass nicht nur die „Freunde“ sondern auch der Betreiber mitließt und sein kostenloses Angebot auch irgendwie finanzieren möchte, sollten man mit diesem Hintergrundwissen unangenehme Überraschungen vermeiden können.
Für uns Fotografen kann die unkontrollierte Rechtevergabe ganz andere Konsequenzen haben. Aufgrund der fehlenden Transparenz nach der Löschung lassen sich veröffentlichte Arbeiten nicht mehr exklusiv weiterverkaufen. Aus diesem Grund verweise ich auch fast vollständig nur auf den Inhalt meiner eigenen Webseite.

 

Also, wer etwas privates zeigen möchte, kann das doch mal wieder persönlich machen. Das ging doch vorher auch so, oder? Zumal ich mich immer freue zu jedem meiner Fotos die passende Entstehungsgeschichte erzählen zu können.
Habt weiter Spaß an sozialen Netzwerken, nur bedenkt für einen kurzen Augenblick die möglichen Konsequenzen Eures Handelns. Die Aktion läuft noch bis 25. Juli.

 

Links zum Thema:
Max Schrems: Kämpf um deine Daten
Google Löschantrag